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Wie erleben wir heute die Welt?

Hier ein recht interessanter Artikel von Don Norman zum Thema "wie erleben wir heute die Welt?".

Don Norman kommt vom Design her, schreibt aber in seinen Büchern sehr breit auch über unsere allgemeine Befindlichkeit. Hier ein Link zu seinem Kapitel Coffee Cups in the Cockpit aus seinem Buch "Turn Signals are the Facial Expression of Automobils" (englisch), in dem er damit beginnt, wie bei einer Aufführung eines seiner Kinder die 50 Eltern fast alle ihre Videoausrüstungen dabei hatten und wie es zum Beispiel fast um einen Streit um die Steckdosen kam, statt dass die Leute sich einfach die Show angeschaut hätten.

Er schreibt "the artefact becomes the event", d.h. das Video des Ereignisses ist wichtiger als das Ereignis selbst. Er schildert die Story von einem Amateurastronomen, der zu einer Sonnenfinsternis gereist war und dort, weil er Probleme mit seiner Ausrüstung hatte, den Moment der Finsternis gar nicht gesehen hat.

Deswegen liebe ich z.B. Life Musik und das Fotografieren auf Reisen habe ich schon seit einigen Jahrzehnten aufgegeben. Ich erlebe immer wieder, dass wenn ich mir eine CD bei einem Life-Auftritt kaufe, ich sie kaum anhöre, weil es eben nicht das gleiche ist.

 

Haltbarkeit

Im gleichen Kapitel schildert Don Norman auch, wie kurz die Haltbarkeit der meisten material-gewordenen Erinnerungen ist. Unsere Bücher und die Fotos vergilben, für technische Medien (Floppies, Bänder) gibt es keine Abspielgeräte mehr. Wir verlieren heute pro Jahr mehr Daten und Informationen durch solche Probleme als früher in den letzten Jahrtausenden gesammelt wurden.

Das US Bureau of Census hat die Volkszählungsdaten einer Zählung aus den ersten Jahres des vorigen Jahrhunderts verloren, weil die auf Lochkarten waren, die dann nicht mehr lesbar waren. Hingegen gibt es eine englische Volkszählung aus dem 16. Jhdt (oder so), die ist auf alten Papierkladden noch erhalten und sagt uns viel über die damaligen Verhältnisse (wer wurde wie alt?, wer hat wen geheiratet?, usw).

 

User Experience

Mark Hurst ist Consultant für "user experience" oder auch "usability". Er ärgert sich genauso oft wie ich über Website oder Programme, die einfach nicht so funktionieren, wie man das erwartet. Und er berät Firmen, wie sie das abstellen können. Er hat ein E-Mail Bulletin, das ich sehr anregend finde. Das findet sich auf Good Experience (englisch).

Hier einer seiner Artikel, es geht darum, dass viele Leute das Gefühl haben, unter der Datenflut zu ersticken. Bit Literacy nennt er das, was da hilft (englisch).

Speziell zur Frage der Reizüberflutung per E-Mail habe ich hier noch einige Aspekte.

 

Philipp Schaumann, http://philipps-welt.info/, Stand: Okt.2004

 




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Philipp Schaumann, http://philipps-welt.info/, Stand: Sommer 2004

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